Kategorie-Archiv: Design

Dinge des Alltags, Bookmarks und anderes

Dinge des Alltags Gutes Design Psychologie GebrauchsgegenständeDinge des Alltags. Gutes Design und Psychologie für Gebrauchsgegenstände

Sollte man eigentlich im Schrank gelesen haben – zumindest wenn man Design studiert hat, Design studieren möchte – oder sich einfach ’nur‘ für Design interessiert. Das Buch ist zwar von 1996, aber Grundgesetze der Wahrnehmung, der Wahrnehmungpsychologie, der Gestaltung, des Designs ändern sich eher selten.

Leider ist das Buch vergriffen – aber hin und wieder gibt es das Buch dann doch immerhin gebraucht zu kaufen.  Hier der Afiliate-Link zum Amazon-Shop.

Zum Kontrast ein bißchen Schrott leichte Unterhaltung:

Game of Thrones 5-Bücher Boxed SetGame of Thrones 5-Bücher Boxed Set

Das war ja irgendwie abzusehen: eines der beliebtesten ‚Bücher‘ bei Amazon ist derzeit das 5-Bücher Boxed Set „Game of Thrones“. Mich interessiert die Serie eigentlich nicht – dementsprechend lassen mich die Bücher auch eher kalt. Aber das Phänomen bzw. die Popularität finde ich dann schon faszinierend. Für alle, die das „Game of Thrones 5-Bücher Boxed Set“ dann auch gleich bei Amazon bestellen müssen wollen: hier der Afiliate-Link.

Jetzt aber wieder zum Thema Design…

Design-Sketch Seven Red Lines (aka “The Expert”)

Ein Klassiker: Design-Alltag bzw. Designer-Alltag im Sketch Seven Red Lines (aka “The Expert”) elegant persifliert.

hier auch mit komplett mit dem Text des Sketches:
Seven Red Lines (aka “The Expert”): The Transcript

Dann noch ein paar sehens- und hörenswerte Musik-Video-Notizen:

M.I.A. – „Bad Girls“ (Official Video)

youtube.com/watch?v=2uYs0gJD-LE

Eminem – Cleanin‘ Out My Closet

myvideo.de/musik/eminem/cleanin-out-my-closet-video-m-5007916

Pertti Kurikan Nimipäivät – Aina mun pitää (Finnlands Beitrag zum ESC 2015)

youtube.com/watch?v=PBRVLWlU8kU

…viel Vergnügen!!…

User Experience vs. Web Design vs. Produkt Design – eine Diskussion am Rande…

…am Rande des Internets? …am Rande des Wahnsinns? Hm. Blöder Titel? Ich weiss. Überschriften zu designen texten gehört nicht unbedingt zu meinen Kernkompetenzen. Ursprünglich lautete der Arbeitstitel „Drei Disziplinien, ein Thema (‚Design‘)“. Ein bisschen sehr trocken. Wie auch immer.

Ich bin ja eher selten auf LinkedIn – eine Diskussion hat mich dann aber doch ‚angezogen‘. Es dreht sich um Design – um den Design-Begriff – um die Frage, was ist Design? Konkret geht es um dabei um User Experience, um Webdesign, um Produkt Design – und so interessant die Diskussion auch ist, so skuril, fast schon grotesk erscheint sie mir – was sie dann irgendwie auch wieder zusätzlich interessant macht.

Noch mal zur Erinnerung: ich habe ursprünglich Produkt Design an der UdK-Berlin studiert. Irgendwann Mitte der Neunziger erkannte ein Professor dann zu Glück, dass es mittlerweile auch digitale Produkte gab. Und auch digitale Produkte verlangen nach einer Form, einem User Interface, einer Gestalt. Und ähnlich wie bei Stuhl, Tisch und Lampe beschränkt sich das Design von digitalen Produkten natürlich nicht auf die Gestaltung von Oberflächen. Form follows function! (Tschuldingung, aber das musste mal wieder gesagt werden). Es gibt keine Form ohne Funktion – zumindest nicht ausserhalb der Kunst. Selbst eine Dekoration, also eine auf den ersten Blick vielleicht ’nutzlose‘ Form, folgt diesem Muster und erfüllt eine Funktion: sie kann eine Stimmung, ein Gefühl, einen Stil ausdrücken und damit das Produkt in einem Kontext platzieren. Auch das ist eine Funktion – auch das ist Design – auch das ist letztendlich Teil der Unser Experience. (Funktionalisten mögen an dieser Stelle widersprechen und ggf. „Kitsch!“ rufen.)

Man sollte sich jedoch davor hüten, die verschiedenen Disziplinen durcheinder zu werfen – oder gar zu meinen, die eine würde duch die andere ersetzt. Und genau das ist das ursprüngliche Thema dieser mir grotesk erscheinenden Diskussion mit dem Titel „User experience isn’t web design. User experience is product design.“ Ist ja beides irgendwie richtig, aber so einfach ist es dann eben auch wieder nicht

Die Diskussion bezieht sich ursprünglich auf einen längeren Artikel mit dem Titel „The Death of Web Design„. Darin behauptet der Autor, man benötige ja gar kein Webdeisgn mehr – es gäbe ja genug ‚freie‘ Templates. Ach so? Ja und Kraftwerke und Energiewende sind dann auch überflüssig – der Strom kommt ja aus der Steckdose.

Tschuldigung, aber da komme ich nicht mehr mit. Werden soche Artikel nun geschrieben, um Page-Impressions – und ggf. auch noch Back-Links zu generieren? Oder will der Autor will der Autor uns wirklich etwas sagen? (Ich zögerte zuerst ein wenig, auf den Artikel zu verlinken – denn dann hätte würde ich ja auch noch weitere Page-Impressions und Back-Links generieren.)

Ich denke ich verstehe, was der Autor sagen möchte – aber ich möchte widersprechen. So einfach ist es nämlich nicht. An dieser Stelle verweise ich mal lieber auf den Artikel „Product Design Unification Case Study: Mobile Web Framework„, der gerade beim Smashing Magazine erschien und in dem Yury Vetrov detailliert darüber berichtet, wie einer der größten russischen Internetdienste Mail.Ru seit einiger Zeit dabei ist, Design- und Entwicklungs-Prozesse zu optimieren. Und so, wie ‚klassische‘ Designer auch wissen sollten, wie man eine Säge bedient, sollten UX-Designer, UI-Designer, Webdesigner etc. heute vielleicht auch wissen, wie Code funktioner. Oder um es mit Yury Vetrovs Worten zu sagen:  „Designers will work in code„.

IMHO
User Experience is User Experience.
Product Design is Product Design.
Web Design is Web Design.

Hier der Link zur Diskussion auf LinkedIn:
User experience isn’t web design. User experience is product design.

Bookmarks: UX, ISS, Dronen, Fluxkompensator

Zeit für einen Neustart – und da mache ich dann auch gleich ein paar Tabs zu. Ein paar Sachen/Seiten/Videos will ich mir aber vielleicht auch später noch mal ansehen – daher hier eben die Links als öffentlich zugängliche Bookmark-Liste:

  • UX is Dead! Da schliesst sich für mich mal wieder ein kleiner feiner Kreis. Ich versuche mal in zwei Sätzen zu beschreiben, worum es geht: im Grundstudium (Industrial Design, UdK Berlin) brachte man uns bei, die Dinge strategisch, abstrakt, ganzheitlich zu betrachten. Nicht das Ding selbst, sondern die Funktion, die Aufgabe des Dings musste zunächst ergründet werden – anschliessend die Gestaltung entsprechend der Funktion gestaltet: “Form follows Function”. In eine ähnliche Richtung geht der Text von Paul Gibbin. Dabei öffnet er das UX-Design-Feld in Richtung Strategisches Design und kommt schliesslich zum Service Design… Der Titel “UX is dead!” ist eigentlich nicht passend – aber natürlich wunderbar provovierend. Das weiter Feld der User Experience – von der UX-Konzeption bis zum UX-Deisgn ist alles andere als tpt. Aber es ist wichtig, sich hin und wieder über die ROlle des UX-Designs klar zu werden – und dass UX immer nur ein Teil, wenn auch ein sehr konkreter Teil eines Großen Ganzen ist.
    Ich weiss, das ist jetzt alles nicht wirklich umwerfend neu – und es gibt jede Menge Bücher und Aufsätze und Vorträge zum Thema. Aber dann ist es doch auch ma ganz schön, den ganzen Salat in einem überschaubaren und gut verständlichen Text nachzulesen. Und besonders erfrischend ist die anschliessend Dikussion in der Kommentarliste.
    UX is dead! Long live UX!
    www.weareexperience.com/ux-is-dead
  • UX-Design ‘für Beginner’: UX-Designer Catt Small hat eine Fragen- und Antwortenliste verfasst, die für angehende UX-Designer interessant sein dürfte: “Advice for New UX Designerscattsmall.com/2014/05/advice-for-new-ux-designers via Kollege @gona
  • Online vs. Print: “Journalismus mit und ohne Kapuze – Print und Online: Das hinterletzte Gefecht” lautet die Überschrift eines Tagesspiegel-Artikels, der zusammenfasst, was sich hinter der sohn. Hoodie-Journalismus-Debatte verbirgt. Interessant – nicht nur für Leute mit Kapuzenpulli:
    www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/journalismus-mit-und-ohne-kapuze-print-und-online-das-hinterletzte-gefecht/9685336.html?mobile=false
  • Digital Natives: “Liebeserklärung an das Internet Offline bin ich nur, wenn ich schlafe” auf stern.de: www.stern.de/digital/online/liebeserklaerung-an-das-internet-offline-bin-ich-nur-wenn-ich-schlafe-2092881.html
  • Streichholz-Space-Station: Pat Acton hat die ISS im Maßstab 1/13 aus ca. 280.000 Streichhölzern nachgebaut – inklusive Space Shuttle: “Man makes giant 13.4-foot-long space station with 282,000 matchsticks”
    Die Geschichte bei Gizmodo: sploid.gizmodo.com/this-model-space-station-used-282-000-matchsticks-and-8-1572860171
    Die ISS im Matchstick Marvels Museum, Iowa – inklusive Fotos von der Bauphase: www.matchstickmarvels.com/in-the-works
  • Dronen-Orchester: “Flying Robot Rockstars” – eine Gruppe Dronen spielt “Also sprach Zarathustra” (Filmmusik zu Kubricks 2001 a space odyssey / Odyssee im Weltraum) bei Wired.com: “Watch Drones Play the 2001: A Space Odyssey Theme” www.wired.com/2014/04/watch-a-some-drones-play-the-theme-from-2001-space-odyssey/ und bei YouTube: www.youtube.com/watch?v=Qlqe1DXnJKQ
  • Fluxkompensator kaufen: den “Flux Capacitor Car Charger” kann man bei ThinkGeek bekommen. Der Fluxkompensator sieht natürlich aus wie ein Fluxkompensator, blinkt, passt in jeden Zigarettenanzünder / Auto-Strombuchse und kann über USB zwei Geräte laden. Und natürlich handelt sich dabei um einen offiziell lizensierten Back to the Future Merchandize Artikel www.thinkgeek.com/product/1ba1/
  • NYC-Video-Flüge: Testflüge mit Kamera-Drone in New York City “First Flight Of The Phantom” von Nicolas Doldinger http://vimeo.com/70321282
  • Die Stimme von Siri: die Frau, die Siri ihre Stimme gab “Meet Susan Bennett, the Real Voice Behind Siri”  http://technorati.com/technology/article/meet-susan-bennett-the-real-voice/
  • Wahrsager-Fehlanzeigen: eine Sammlung einiger der schiefgelaufendsten Vorhersagen. Dabei ist schon der Begriff “Vorhersagen” hier falsch, weil ja eben nichts vorhergesagt wurde bzw. nichts von dem eintraf, was vorhergesagt wurde: “Some of the Worst Failed Tech Predictions Ever” sploid.gizmodo.com/some-of-the-best-foot-in-mouth-quotes-you-will-ever-rea-1561510802/1561525530
  • Firefox Classic Theme: seit dem Update auf Firefox 29 sah der gute Fuchs nicht mehr so richtig gut aus – die Tabs zu rund und un-getrennt, irgendwie zu Chrome-ig. Aber es gibt ja für alles ein Plug-In:  Classic Theme Restorer (Customize Australis) 1.1.8 von Aris addons.mozilla.org/de/firefox/addon/classicthemerestorer

Tagesschau im neuen Design

Wow: 23,8 Millionen Euro hat das neue Studio der Tagesschau gekostet. Da kann ich zur Feier des Tages ja auch mal einen etwas längeren Beitrag schreiben.

23,8 Millionen Euro – das entspricht ungefähr 1,3 Millionen GEZ-Monatsberiträgen – oder umgerechnet 110.000 Jahren GEZ-Gebühr. Immerhin wird das neue Studio wohl wenigstens die nächsten 10 Jahre ‘DAS’ deutsche Nachrichtenstudio sein – mit diesem Hinweis wurde uns das neue Studio in der heutigen Ausgabe der Tagesschau zumindest vorgestellt. Ob das neue Studio dann wirkich 10 Jahre lang hält, werden wir in 10 Jahren wissen – oder früher.

Aber zum Ostersamstag gab es nicht nur ein neues Sudio zu sehen: das gesamte Sendungsdesign, also Screen-Design. Infografiken, Wetterkarte, Fussball-Tabelle, Opening-Animation und sogar die Tagesschau-Hymne wurden überarbeitet – bzw. neu gestaltet. Aber der Reihe nach…

 

Die 18m lange Medienwand

Die auffälligste technische Neuerung ist vermutlich die knapp 18m lange Medienwand, auf die großflächig Bilder, Videos, Infografiken und andere Zusatzinforationen projiziert werden können, um so Nachrichten, Geschichten und Berichte mit Zusatzinformationen live im Studio anzureichern. Oder sollte man sagen ‘aufzuhübschen’? Vor allem für längeren Formate – die Tagesthemen und das Nachtjournal dürfte diese technische Neuerung interessant sein. Bei der Tagesschau ist der Vollbild-Hintergrund zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig – der Mehrwert nicht gleich zu erkennen.

Sicherlich mag es von Vorteil sein, dass der Moderator nun dasselbe Bild sehen kann, wie die Zuschauer (zumindest wenn er sich während der Sendung der Medienwand zuwendet) und bestimmt gilt irgendiwe auch der Grundsatz “mehr ist mehr”. Aber wenn der Hintergrund bzw. das Bild zur Meldung nun nicht mehr freistehend eingerahmt ist, lässt sich eine Interaktion mit dem Moderator kaum vermeiden. Auf der Medienwand gezeigte Köpfe erscheinen größer, als der Moderatorenkopf, der Moderator sitzt plötzlich mitten im Geschehen – mitten in der Nachricht. Das bedeutet aber auch, dass der Moderator einen großen Teil des Bildes verdeckt. Dabei ist der untere Teil schon von Text überlagert. Das lenkt ab – das nachrichtliche Bild wird zum dekorarativen Bild – die visuelle Dokumentation wird zur Dekoration. Zum Glück scheint es für schwierige Bilder auch eine zweite Einstellung zu geben: Bilder, die sich nicht für eine Überlagerung bzw. als vollflächiger Hintergrund eignen werden dann nicht vollflächig aufgezogen, sondern sitzen oben links in der Ecke. Immerhin.

Helligkeit / Kontrast

Zudem haben die Bilder einen etwas geringen Kontrast, als früher. Das ist vermutlich nicht Absicht, sondern der Projektionstechnik zu ‘verdanken’ ist. Es ist technisch einfach schwierig, einerseits den Moderator optimal auszuleuten, andererseits rückwärtig Bilder und Texte zu projizieren. Eine Frage von Licht und Gegenlicht. Dreht man die Beamer auf 11 sitzt der Moderator plätzlich im Schatten – im Gegenlicht.

Ob gewollt oder nicht – der geringe Kontrast bzw. die blassen Farben geben der Präsentation einen gewissen Retro-Look. Cool. Aber durch die unterschiedliche Tiefe (der Moderator sitzt nun physisch wahrhaftig VOR dem Bild) scheint das Bild sowie der Infoträger (Schlagzeile und Meta-Headline) auch leicht unscharf zu sein. Nicht cool.

Immerhin können sich die Moderatoren nun auch frei durchs Studio bewegen – oder – müssen sie sich jetzt frei bewegen? Caren Miosga sah jedenfalls irgendiwie nicht so richtig begeistert aus, als sie darauf hinwies, dass man künftig auch ihre Beine und wohlmöglich sogar ihre Füße sehen würde. Der Tagesschau-Crew bleibt das zunächst wohl erspart.
Am Bauch nach unten hin abgeschnitten zu sein kann ja auch ein gewisses Maß Freitheit bedeuten: Moderatorin Judith Rakers hatte auf ihrer Facebook-Seite vor kurzem Einblicke ein Foto gepostet, auf dem man sie in voller Größe sehen konnte: oberhalb der Tischkante im seriösen Blazer, unterhalb des Tisches in Röhrenjeans und Boots.
Werden die Nachrichten dadurch besser? Ja – und nein. Natürlich ändert ein technisch hochgerüstetes Studio nichts an der eigentlichen Meldung – und hoffentlich auch nichts an der journalistischen Leistung – aber die Meldung lässt sich unter Umständen besser erzählen, besser erklären, besser einordnen. Oder zumindest zeitgemäß präsentieren.
Ach ja: die Möbel: der neue Tagesschau-Tsch erinnert ein wenig an den heute-Tisch des ZDF? Das kann gut sein – die Gestalltung stammt in beiden Fällen von dem Designer Jürgen Bieling bzw. seinem Münchener Designbüro Bieling Design (www.billionpoints.de).
Die erste Sendung aus dem neuen Studio wird am Ostersamstag 2014 zu sehen sein.

Neue Anfangsmelodie

Ja, und auch die Tagesschau-Hymne wurde dann auch gleich neu komponiert – oder zumindest überarbeitet – und klingt jetzt etwas geschmeidiger, etwas softer, weniger fanfarig, mehr Teppich. Die aktustische Sendungskennung von Tagesschau 24 ruft bei mir allerdings irgendwie die Assoziation “Rechner wird hochgefahren” hervor: irgendwas zwischen Windows XP und Apple OS 9. Dabei meine ich das durchaus als Kompliment – immerhin stammt der XP Klang ja von Brian Eno, und der Klang eines frisch gestarteten Apple Computers ist einer der schönsten System-Sounds, die mir bisher begegnet sind. Und nun reiht sich also Tagesschau 24 in diese Klang-Reihe ein – nicht schlecht. Vor allem verschwindet damit auch das nervige “Tääh-Tääh” Singnal, das bisher die Kurznachrichten markierte.

Ein Studio für alle Formate

Ach ja: die eigentliche Neuerung bleibt aber auf den ersten Blick aber verborgen: nicht nur das Design und das Audio-Branding der Tagesschau, der Kurznachrichten Tagesschau24 UND der Tagesthemen wurden überarbeitet – nun werden alle drei Formate auch in demselben Studio produziert. Damit wird das neue Studio eigentlich rund um die Uhr genutzt.

Meinungen

Und was sagen die Zuschauer? Was sagt das Publikum? Was sagt die Presse? Die Meinungen könnten kaum weiter auseinander gehen. Für manche scheint eine Welt zusammen zu brechen – andere begrüßen die Neugestaltung, das neue Studio, die neue Melodie, das Face-Lift, das Re-Design. Aus bei der Wahl der Bezeichnungen herrscht Uneinigkeit.

Die Berliner Morgenpost befindet, die Tagesschau-Melodie sei ‘zu viel des guten’. Bei der Modernisierung sei man über das Ziel hinaus geschossen, zu viel Streicher, zu viel emotionaler Schmelz. Unter der Überschrift “Wenn die ‘Tagesthemen’ zum Hollywood-Melodram werden” werden auch gleich die Gründe ausgelotet: Komponist Henning Lohners habe bislang eben vorwiegend Musik für Kinofilme geschrieben.
www.morgenpost.de/…/Wenn-die-Tagesthemen-zum-Hollywood-Melodram-werden.html

Bei Spiegel Online ist man schon etwas wohlwollender gelaunt: der einläutende Gong klinge irgendwie fernöstlich – “Gut so”. Wer die Tagesschau verändere, der verändere auch die Inneneinrichtung Millionen deutscher Haushalte – und da könne ein wenig Feng-Shui nicht schaden.
www.spiegel.de/kultur/tv/tagesschau-neues-studio-der-nachrichten-in-der-ard-…
Und was sagen die Zuschauer? Wenn man die Kommentare des Tagesschau-Blogs durchscannt bekommt man einen ganz guten Eindruck: die Meinungen gehen zum Teil weit auseinander. Ich verkneife mir hier jetzt mal eine Zusammenfassung.
meta.tagesschau.de/id/84528/die-neue-tagesschau-tradition-trifft-zukunft
Ach ja: Zitat des Abends: Jan Hofer: “Ich wusste nicht, dass ich noch mal so nervös sein kann.”

Siehe auch:

“Neues Tagesschau-Studio – Bewährter Inhalt, neuer Look”
www.tagesschau.de/inland/studio140.html

“Neues Tagesschau-Studio – Jetzt geht’s los”
www.tagesschau.de/inland/studio102.html

“Im neuen Tagesschau-Studio gibt es Caren Miosga auch mit Füßen”
www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article127021269/Im-neuen-Tagesschau-Studio…

Neuer 10 Euro Schein – Design und ReDesign

Endlich mal eIn Blogeintrag mit „Schein“ und „Design“ im Titel.

Gerade wurde der neue 10 Euro Schein der Presse bzw. der Öffentlichkeit vorgestellt: neue Sicherheitsmerkmale, neues Design, altes Konzeot. Moment – neues Design? Nunja – ja und nein. Das Designkonzept ist das alte, die konkrete Gestaltung des 10 Euro Scheins weicht aber von der Gestaltung des alten 10 Euro Scheins ab – auch wenn alle Designdetails ziemlich ähnlich erscheinen. Ein klassisches Redesign also – oder eher ein Rebrush?

Mir ist in diesem Zusammenhang jedenfalls erstmalig klar geworden, dass hinter unserem Geld wirklich ein Designkonzept steht – und damit meine ich nicht nur Zahl unten links, Bildmotiv mittig rechts. Das zugrunde liegende Thema lautet „Zeitalter und Stile“ und ist folgender maßen über die verschiedenen Banknoten aufgeteilt:
5 €: Klassik
10 €: Romanik
20 €: Gotik
50 €: Renaissance
100 €: Barock und Rokoko
200 €: Eisen- und Glasarchitektur des 19. Jahrhunderts
500 €: Moderne Architektur des 20. Jahrhunderts

Konkrete Ansichten der neuen Scheine sowie mehr zum Thema:
http://www.neue-euro-banknoten.eu/Europa-Serie/Das-Design

Samstagnachmittag Infotainment: visualized.io

So – da bin ich nun auf der visualized.io und habe bereits den xten Kaffee geleert. Meine erste Konferenz seit langer Zeit – natürlich als Gast, nicht als Redner. Und das ist gut so.

Konferenz Visualized Berlin

Vier Sessions – 15 Redner – volles Programm:  Onformative Studio, Benedikt Groß, Chris Warnow, Boris Müller, Marian Dörk, Sandra Rendgen, Sebastian Meier + Marcus Peaschke, Felix Beck, Andreas Nicolas Fischer, David Ikuye, Uli Hendrik Streckenbach, Martin Oberhäuser, Steffend und Stephan vom NAND Studio, Moritz Stefaner – und Wesley Grubbs, der eher spontan eingesprungen ist. Till Nagel stand auch im Programm, konnte aber leider doch nicht kommen… Gute Besserung!!

visualized.io/berlin

Saul Bass Google Doodle

Heute erinnert Google mit einem Doodle an den genialen US-Amerikanischen Grafikdesigner und Animationskünstler Saul Bass, der am heutigen 8.Mai 93 jahre alt geworden wäre. Hier der Saul Bass Google Doodle im Doodle Archiv:

www.google.com/doodles/saul-bass-93rd-birthday

Saul Bass hat in den 50er, 60er, 70er, 80er und 90er Jahren einige der berühmtesten Film-Titel-Animationen geschaffen, die sich is kollektive Gedächtnis gebrannt haben – darunter z.B. The Seven Year Itch (Das verflixte 7. Jahr, 1955), Vertigo (1958), Bonjour Tristesse (1958), Anatomy of a Murder (1959), North by Northwest (1959), Psycho (1960), Exodus (1960) Ocean’s 11 (1960), West Side Story (1961),und viele andere mehr.

Saul Bass bei der Internet Movie Database (en)
www.imdb.com/name/nm0000866/

Saul Bass bei Wikipedia (en)
en.wikipedia.org/wiki/Saul_Bass

Saul Bass bei Wikipedia (de)
de.wikipedia.org/wiki/Saul_Bass

Und hier das Google-Doodle-Archiv:
www.google.com/doodles

5 gute Gründe, warum die Glühbirne nicht verboten werden sollte

Nun ist es also so weit: seit dem 01. September 2009 steht die Glühbirne auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Designobjekte. Die EU-Gesetzgeber schieben die gute alte Glühbirne ins Abseits – meiner Meinung nach eine der schlechtesten Ideen der letzten Zeit. Was für ein undankbares Ende für diese Erfindung, die sich nicht schämen muß, in einem Atemzug mit dem Rad, dem Feuer und dem Ziegelstein genannt zu werden. Der Italienische Designer Enzo Mari sagte sogar einmal, es gäbe eigentlich sowieso nur drei gute Objekte: den Ziegelstein, den Doppel-T-Träger und die Glühbirne – alles andere sei Kitsch. Und war es nicht gerade die über einem klugen Köpfchen schwebende Glühbirne, die uns zeigte, daß hier gerade eine gute Idee geboren wurde?
Wie auch immer. Ich halte das Glühbirnenverbot jedenfalls nicht nur für falsch, unsinnig und überflüssig, sondern sogar für gefährlich. Hier meine Top 5 Gründe gegen das Verbot:

1) Effizienz

Das Hauptargument für das Verbot scheint die angebliche ‘ineffektivität’ der Birne zu sein. Selbsternannte Spezialisten wiederholen gerne das Argument, daß lediglich 5% der verbrauchten Energie in Licht umgewandelt würden. Daß aber sowieso nur ein Bruchteil der insgesamt verbrauchten Energie für Licht verwendet wird, scheint zur Zeit erstmal niemenden zu interessieren. Aus den frei verfügbaren Energiestatistiken des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geht hervor, daß der Anteil der für Beleuchtung verbrauchten Energie am Gesamtenergieverbrauch im Jahr 2007 bei unter 2,5% lag (Quelle: BMWi bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/energiestatistiken.html). Würden wir also alle Lampen, Straßenlaternen, Scheinwerfer, Schaufensterbeleuchtungen, Flutlichtanlagen etc. verbieten, so wäre eine maximale Einsparung von rund 2,5% zu erwarten.
Außerdem könnte bei sinnvoller Energieerzeugung (Solar) und Nutzung grundsätzlich weitaus mehr Energie, als benötigt zur Verfügung stehen!

2) Design

Ich weiß, es gibt inzwischen sogenannte Energiesparlampen, die wie Glühbirnen aussehen. Scheußlich! Ich würde mir von den Energiesparlampen ein wenig mehr “Selbstbewußtsein” erhoffen. Wenn die Glühbirnenform wirklich die beste und einzig wahre Form für Leuchtkörper aller Art sein sollte, dann (und nur dann!) dürfen Energiesparlampen meinetwegenebenfalls mit Birnentorso daherkommen. Sollte es aber eine sinnvollere Form geben, dann möchte ich freundlich darum bitten, auf neoromantischen Kitsch zu verzichten. Glühbirnen sollten wie Glühbirnen aussehen, Energiesparlampen sollten wie Energiesparlampen aussehen. Dabei geht es beim Design grundsätzlich selten nur um die äußere Hülle. Form follows Function – die Form sollte der Funktion folgen – eine alte Designregel, die im 21.Jahrhundert immer wieder gerne unter den imaginären Tisch gekehrt wird.

3) Design

Es gibt viele Lampen, darunter zahlreiche Designklassiker, die geradezu um die Birne herum gestaltet wurden. Die Glühbirne steht bei diesen Designobjekten buchstäblich im Mittelpunkt. Das Licht kommt aus dem Innersten der Birne – vom Glühdraht. Alles andere drumherum hat lediglich die Aufgabe, den Glühdraht zu stützen und zu schützen, das Licht zu bändigen, zu brechen, zu zügeln, zu lenken, um das Licht des Glühdrahts einer Funktion zuzuordnen. Mit Energiesparstäbchen kann das funktionieren, muß aber nicht. Lampen, die von vorneherein dazu konzipiert sind, das klare Licht zu dämpfen, zu brechen, auf indirekte Wege umzuleiten, mögen sich mit Neonlicht vertragen. Manche Lampen sind heutzutage auch schon extra für Energiesparlampen konzipiert. Andere sind ohne herkömmliche Glühlampen aber nur schwer denkbar – und vielleicht zeigt sich hier die Gefahr des Kulturverlusts am deutlichsten.
• Castiglionis Deckenstrahler “Toio” mit einer Neon-Birne? Undenkbar!
(images.google.de/images?q=Castiglioni+Toio)
• Man mag Ingo Maurers ‘Lampe’ Lucellino mögen, oder nicht – fest steht, daß auch dieses Objekt nur mit Glühbirne funktioniert!
(images.google.de/images?q=ingo+maurer+Lucellino)

4) Umweltschutz / Mülltrennung

Eine Glühbirne ist als solches recht einfach gestrickt – eine Energiesparlampen hingegen ist ein hochkomplexes Stück Technologie, das im Falle einer Funktionsstörung zu Sondermüll wird. Im Wesentlichen besteht eine Energiesparlampe aus folgenden drei Komponenten besteht: Starter, Transformator, Leuchtkörper. Damit hat sie grundsätzlich all das unter der haube, was auch eine herkömmliche Neonröhre antreibt – nur mit dem fatalen Unterschied, daß die drei Bestandteile zu einem Ding verheiratet sind. Fällt bei einer herkömmlichen Neonröhre der Starter aus, so wird nur der Starter gewechselt. Brennt die Röhre durch, so wird die Röhre gewechselt. Fällt hingegen bei einer Energiesparlampen nur eines der drei Bauteile aus, werden die zwei anderen Teile ebenfalls zu Müll – Sondermüll.

5) Psychologische Effekte

Das Licht von Glühlampen leuchtet im kontinuierlichen Spektrum, das von Energiesparlampen (auch Kaltlichtlampen genannt) deckt nur Teile des Spektrum ab. Dies kann, wie jüngste Studien zeigen, Einfluß auf die Psyche haben. Davon wollen die Sparlampenfans aber scheinbar nichts wissen – das Umweltbundesamt erzählt in einer Stellungnahme zum Thema im März 2009 jedenfalls, das menschliche Auge verfüge nur zwei Arten von Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) zur Wahrnehmung von Helligkeit und Farbe – und unterschlägt die photosensitiven Ganglionzellen, die für die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus und für die Ausschüttung wichtiger Hormone verantwortlich gemacht werden.

siehe auch:
tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Energiesparlampen%3Bart141,2889147

Nagut – hier mache ich erstmal Schluss mit meinen Ausführungen zum Thema – und hoffe, daß den Verantwortlichen dann vielleicht doch noch ein Lichtlein aufgeht..:]

mit freundlichen Grüßen, t..

Wallpaper +Icon-Set zur Fußball-Weltmeisterschaft

endlich ist alles fertig gepixelt und hochgeladen – und erste Tests haben gezeigt, daß die Icons sowohl auf Macintosh OS als auch auf Windows-PC-Rechnern funktionieren müßten.

Das Prinzip ist einfach: für jedes an der Fussball-WM teilnehmende Land gibt es ein Trickot-Icon-Set. Zusätzlich gibt es Icons für Schiedrichter, für rote und gelbe Karten – und natürlich für den Ball.

Das ganze wäre nur der halbe Spass, wenn es kein ordentliches Fussballfeld geben würde zu dem die Icon passen. Also gibt es auch ein Fussballfeld – als Desktop-Wallpaper. So kann sich jeder mit ein paar Handgriffen seinen PC umstylen und vorübergehend seine eigene kleine WM-Arena einrichten.

Fussball-WM-Icon-Set

-> fussball-icon hier liegen die Icons (Mac+PC)
-> fussball-icon hier liegt der Rasen (Desktop Wallpaper)

..viel Vergnügen! t..