iPhone kaputt – was tun?!

Letzten Sonntag ging mein iPhone 4 kaputt. Einfach so. Es war nicht heruntergefallen, es gab keinen Wasserschaden – kein erkennbarer äußerer Einfluß, keine Ursache. Morgens klingelte noch der Wecker, dann konnte ich noch meine Emails abrufen, in der Zeitung lesen und mich über das Wetter in Berlin, New York, Malmö und Tokio informieren. Dann habe ich das Ladekabel eingestöpselt – und ca. 20 Minuten später fiel mir auf, dass das iPhone neustarten wollte. Auf dem Display war erst das Apple-Logo zu sehen – dann plötzlich die Aufforderung, das iPhone mit iTunes zu verbinden. Und das wars dann.

Die nachfolgenden Stunden verbrachte ich mit einer umfangreichen Fehlersuche. Ich durchforstete diverse Internetforen, besuchte die Apple-Support-Seiten – und kam zu dem Schluss, dass ich mit meinem Problem immerhin nicht allein war.

Das iPhone hing nun in einem Reboot-Lopp. Ohne Kabel ging gar nichts mehr, mit angeschlossener Stromversorgung startete mein iPhone alle paar Minuten neu – und iTunes bemerkte nach einigem hin und her immerhin, dass ein iPhone angeschlossen war – und dass dieses nun am besten im Recover-Mode zu starten sei. Ein Klick auf OK brachte die Meldung “Verifying iPhone…” auf den Bildschirm – dann wurde das Display des iPhones dunkel, dann die Meldung “…failed.”, dann das Apple-Logo auf dem iPhone-Display, dann wieder der Hinweis, dass ein iPhone angeschlossen sei – und dass dieses nun am besten im Recover-Mode zu starten sei. Nun war ich “immerhin” im Recover-Loop. Aber auch das war leider kein Fortschirtt im Vergleich zum Neustart-Loop – das Problem war dasselbe, die Symptome leicht anders.

Nun ist mein iPhone seit gestern (Montag) beim Experten meines Vertrauens – und will mal versuchen zu dokumentieren, wie sich die iPhone-Abstinenz auf meinen Alltag auswirkt. Also – “iPhone-Abstinenz” oder “iPhone-Entzug” klingt jetzt erstmal erschreckend dramatisch, aber wie soll man eine iPhone-freie Zeit nach zwei Jahren Dauernutzung denn sonst nennen?

Tag1: Montag
Der Wecker ging nicht. Macht nix. Bin sowieso nach ca. 4 Stunden von alleine aufgewacht – und habe sogleich weitere Wiederbelebungsversuche unternommen – diesmal am iMac – leider ohne Erfolg.
Ohne iPhone keine Apps – und damit keine schnellen Antworten auf einfache Fragen:
Was steht in der Zeitung?
Wie wird das Wetter?
Wo habe ich das Auto geparkt?
Habe ich ein ein Ersatz-Handy?
Zum Glück lassen sich alle Fragen dann doch auch ohne iPhone beantworten.
Auf zum Apple-Experten meines Vertrauen. Eine kurze Frage-Antwort-Analyse läßt zwei mögliche Ursachen im Rennen: die USB-Schnittstelle ist hin (Kostenpunkt ca. €30,-) oder der Speicher kaputt (Kostenpunkt knapp €200,-). Hoffentlich ist es nur der USB-Anschluß.

Tag2: Dienstag
Anruf vom Experten meines Vertrauens: der Flash-Speicher des iPhones ist dann wohl die Ursache für die “Betriebsstörung” – hat eine Macke – ist kaputt. Auf ungefähr 185,- Euro wird sich die Reparatur bzw. der Austausch des betroffenen Teils belaufen – muss aber bestellt werden – Ende der Woche soll das Gerät dann fertig sein. Ok – ist ja nicht so schlimm, denke ich. Adressen, Emails, Apps – ist ja alles in der Cloud UND auf dem MacBook. Eine Stunde später fällt mir auf, dass ich meine Fotosammlung eigentlich nie synchronisiert habe. Ungewissheit: sind nun die ca. 2000 Fotos, Videos, Panoramabilder und HDR-Aufnahmen der letzten zwei Jahre –– weg…?! Anruf beim Experten: sie versuchen zu retten, was zu retten ist.

Tag 3: Mittwoch
So langsam freunde ich mich mit meinem neuen/alten Ersatzhandy an: hatte schon am Montag mein altes Nokia 6600 aus der Schublade gekramt und dank eines SIM-Karten-Adapters passt auch die Mini-SIM. Habe seit Jahen das erste mal wieder Snake gespielt – und habe mich dabei gegenüber mir selbst ziemlich blamiert. Ich war mal soooooo gut – aber ein paar Jahre nicht gespielt, schon weiss man die einfachsten Moves nicht mehr.
Und: habe meine erste SMS geschrieben – also meine erste Ersatzhandy-SMS. Wow. Echte Tasten sind eine tolle Erfindung. Das Schreiben hat sogar wie früher auch einhändig funktioniert – und am Ende gings sogar auch wieder ohne hinzusehen. Das ist wohl das eine Feature, das ich beim iPhone am meisten vermisse: einhändig blind SMS schreiben. Sehr praktisch.
Ausserdem habe ich versucht, meine EMails abzurufen. Theoretisch kein Problem: immerhin ist das Nokia 6600 ja in Lage, eine Verbindung mit dem Internet aufzubauen. Opera liefert als mobiler Browser soweit auch ganz gute Ergebnisse, und der Email-Client lädt auch ganz fleissig alles runter, was er auf dem Mail-Server finden kann – aber das dauert… und dauert… und –– cancel.

Tag 4: Donnerstag
Die Vorzüge von Snake und echten Tasten habe ich ja bereits gestern abgefeiert. Heute mal die Nachteile meines betagten Ersatzgeräts: der Akku hält ca. 1.5 Gespräche lang durch. Autsch. Zum Glück leiht mir das benachbarte Café ein entsprechendes Ladegerät aus – die Frage nach einem “alten Nokia-Ladegerät” wird mit einem Schmunzeln und der freundlichen Gegenfrage “Wie alt darf’s denn sein?” beantwortet. Na ein Glück! Da kann die lang geplante Telefonkonferenz ja doch noch stattfinden.

Tag 5: Freitag
Erst ist nicht klar, ob mein iPhone heute fertig wird – bzw. ob der Bote das Gerät noch vor 18Uhr zum Apple-Experten meines Vertrauens bringt, oder nicht. Um 16:30 ist es dann so weit – träräh – ich darf mein iPhone abholen.
Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem “reparierten Gerät” gar nicht um mein altes Gerät handelt – sondern um ein nigelnagelneues iPhone 4. Ist das eine gute Nachricht? Ich denke schon. Auch wenn ich ursprünglich aus verschiedenen mehr oder weniger ideologischen Gründen gehofft hatte, dass “die” mein iHpone wirklich reparieren würden. Naja. So ist das dann wohl heutzutage.?!? Ok.

Zu hause angekommen wird das Gerät eingestöpselt und “wiederhergestellt”. Positive Überraschung des Tages: alle Fotos, Panoramabilder und Videos sind noch da – und Safari hat sich scheinbar sogar alle offenen Seiten gemerkt. Prima Sache. Negative Überraschung des Tages: Google Maps ist weg. Stattdessen nun also Apple Maps. Ich war eigentlich schon darauf vorbereitet, aber enttäuschend ist das dann doch. Über die vermeintlichen Unzulänglichkeiten von Apple Maps will ich mich hier jetzt nicht auslassen – nur so viel sei verraten: meine Auto-Parkplatz-Suche-App funktioniert nicht mehr. Bleibt die Frage: Wo habe ich das Auto geparkt? …na das wird sich hoffentlich auch noch so oder so oder anders einrenken..:)

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