Kategorie-Archiv: Aktionismus

Ein BMW i3 des Carsharing-Anbieters DriveNow an einer Ladestation in Berlin Prenzlauer Berg
Foto: T.Bortels/bilderbook.org

Mein höchstpersönliches Problem mit DriveNow

Vor kurzem ist ein guter alter Freund ums Leben gekommen. Er war in einem BMW i3 des Carsharing-Anbieters DriveNow unterwegs. Es war spät, er hatte mit einem alten Schulfreund ein Konzert in Hamburg besucht – und die beiden wollten offenbar nach hause fahren. Sie sind leider nicht zuhause angekommen.

Was war passiert? Die Presse munkelt, dass Alkohol im Spiel war – und dass die beiden zu schnell unterwegs waren. Ich weiss es nicht – ich war nicht dabei. Für mich gibt es zurzeit nur diese Fakten: die beiden hatten eine gute Zeit und haben dann offenbar spontan entschieden, einen BWM i3 des Carsharing-Anbieters DriveNow zu nehmen – selber zu fahren – und nicht z.B. ein Taxi zu nehmen. Auf der Hannoverschen Srasse in Hamburg-Harbug gerieten sie in den Gegenverkehr und kollidierten mit einem Bus.

Mein Problem mit DriveNow

Es gab eine Zeit, da war ich großer Fan von DriveNow. Fast überall und jederzeit verfügbar, so schnell wie ein Taxi, so günstig wie die Öffentlichen. Das war jedenfalls mein erster Eindruck. Ich habe eine zeitlang selber gerne und häufig spontan ein Auto gemietet – mal einen Mini, mal einen BMW, mal mit Gangschaltung, mal Automatik. Ein verfügbares Auto zu finden war nie wirklich schwierig – häufig standen gleich mehrere Modelle in erreichbarer Entfernung. Und eine zeitlang dachte ich, das wäre das ideale Modell, um einfach, schnell und günstig zum Beispiel zu einer Party oder zu einem Konzert zu fahren. Einfach hinfahren, das Auto stehen lassen und mit dem Taxi oder der BVG nach hause.

Dieser positive erste Eindruck hat sich im Laufe der Zeit aber zum Negativen geändert. Zuerst möchte ich mal das Tarifmodell kritisieren. Man bezahlt pro Minute. Je schneller man am Ziel ist, desto günstiger wird es – desto ‚besser‘ oder ‚effektiver‘ war die Fahrt. Seit jahren rege ich mich über die Carsharing-Nutzer auf, die offenbar versuchen, so schnell wie möglich zum Ziel zu kommen – und dementsprechend so schnell wie möglich zu fahen. Und ich kenne das Problem bzw. das Phänomen ja selber: plötzlich fühlt man sich gut, wenn man noch eben eine gelbe Ampel mitgenommen hat – und die Fahrt wird dementsprechend günstiger. Und dann hat man unter Umständen auch noch mit Autos zu tun, die man eben gar nicht, oder nur unzureichend kennt. Ein neuer BWM? Wunderbar – gleich mal testen. Automatik? Egal – so schwer wird’s schon nicht sein. Elektro-Antrieb? Soll ja eine gute Beschleunigung haben. Gleich mal ausprobieren…

So kann es nicht weitergehen

DriveNow muss früher oder später sein Tarifmodell ändern – oder es wird immer wieder zu schweren Unfällen kommen. Wenn man im Internet nach „Carsharing Unfall“ sucht, bekommt man eine erschreckend hohe Anzahl von zum Teil fürchterlichen Geschichten zu lesen. offenbar kommt es regelmäßig zu mehr oder weniger schweren Unfällen. Häufig ist überhöhte Geschwindigkeit die Ursache und/oder Alkohol und/oder der Fahrer verlor die Kontrolle über den Wagen. Auf der Webseite des Carsharing-Watchblog kann man sich einen Eindruck darüber verschaffen, wie häufig und in welchen Orten es zu Unfällen mit Carsharing-Autos kommt.

Was können Carsharing-Anbieter wie DriveNow tun, um solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden?

Ich halte zwei Fakoren für die hauptursache solcher Unfälle: Alkohol und überhöhte Geschwindigkeit. Und sowohl rechtlich als auch technisch sollte es eigentlich kein Problem sein, diese beiden Faktoren anzugehen. Dazu folgende drei Vorschäge:

1. Tarifmodell ändern

Die meines Erachtens nach einfachste und evtl. auch effektivste Maßnahme wäre es, das Tarifmodell zu ändern. Anstatt pro Minute abzurechnen, sollte der Preis einer Fahrt pro Kilometer berechnet werden – oder aus einer Kombination beider Faktoren. Es kann nicht sein, dass Raserei durch niedrige Fahrtkosten ‚belohnt‘ wird.

Der Carsharing-Anbieter Drive By bietet genau dieses Tarifmodell bereits heute an – offenbar leider mit mäßigem Erfolg. Nur vereinzelt sieht man Fahrzeuge von Drive By. Aber das muss ja nicht so bleiben – letztendlich habe ich die Hoffnung, dass sich doch das meiner Meinung nach vernünftigere tarifmodell durchsetzt.

2. Verfügbarkeit einschränken

Carsharing-Autos sind in vielen deutschen Großstädten fast überall und zu jeder Zeit verfügbar. Wenn man eine entsprechende Mitgliedschaft abgeschlossen hat kann man quasi jederzeit und überall „einfach mal“ ein Auto mieten – und fahren. Das ist insbesondere dann besonders verlockend, wenn man vielleicht gerade die letzte U-Bahn verpasst hat, oder einfach keine Lust hat, auf den Nachtbus zu warten oder ein Taxi zu nehmen. Im Prinzip kann diese Verfügbarkeit ja auch sehr praktisch sein – wenn der Fahrer aber zuvor Alkohol getrunken hat, kann das fatale Folgen haben.

Durch den Einbau einer „Alkohol-Wegfahrtsperre“ ließe sich das Problem so gut wie aus der Welt schaffen. Zumindest ließe sich die Verfügbarkeit für alkoholisierte Personen einschränken. Will man ein Auto zum Beispiel zwischen 22Uhr und 6Uhr mieten, kann man es nur starten, wenn man zuvor einen eingebauten Alkoholtest (auch bekannt als „Alcolock“) bestanden hat. Hat man hingegen zuviel getrunken, bleibt das Auto stehen.

Das mag jetzt vielleicht zu futuristisch klingen – ist in Schweden durchaus schon seit Jahren üblich, wie ZEIT ONLINE in dem Artikel ‚Pusten, damit der Motor läuft‚ bereits 2012 berichtet. In Schweden dürfen Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern verlangen, dass sie sich vor Fahrtantritt einem Alkoholtest unterzeihen. Volvo hat mit dem „Alcoguard“ das passende Produkt am Markt.

3. Geschwindigkeit drosseln

Moderne Navigationsgeräte wissen fast auf den Meter genau, welche Geschwindigkeitsbegrenzung gerade aktuell ist – wie schnell man gerade fahren darf. Technisch sollte es also eigentlich kein Problem sein, Carsharing-Fahrzeuge so auszurüsten, dass immer nur die gerade erlaube Höchstgeschwindigkeit gefahren werden kann.


Ich hoffe sehr, dass zumindest mehr über dieses Thema und diese Problematik gesprochen wird. Zeitbasierte Tarifmodelle stellen ein Risiko dar – darüber muss man hoffentlich nicht streiten. Ob auch meine anderen beiden Vorschäge früher oder später mal zum Standard werden läßt sich zum gegenwärtigen zeitpunkt nicht abschätzen – die Carsharing-Anbieter werden sich vermutlich mit allen Kräften dagegen wehren – denn sie müssten letztendlich eingestehen, dass es ein Problem gibt. Und ja – ich möchte es nochmal sagen: es gibt ein Problem. Und das ist nicht nur mein höchstpersönliches Problem.

KSK retten – Petition mitzeichnen – oder wie?

Seit ein paar Tagen bekomme ich von verschiedenen Seiten Hinweise und Einladungen, ich möge doch bitte die Petition 43188 “Sozialversicherung – Prüfung der Abgabepflicht zur Künstlersozialversicherung durch Rentenversicherung vom 10.06.2013″ mit unterzeichnen. Oder heißt das mitzeichnen? Egal. Häufig steht in der Getreffzeile “KSK Retten!”
Doch worum geht es in Petition 43188 eigentlich? Liest man den Petitionstext, hat man den Eindruck, die Petition ziele vor allem darauf ab , dass alle (alle!) Unternehmen, die Kreative Köpfe wie Dich und mich beschäftigen, per gesetzlich verankertem Kontrollmechanismus dazu bewegt werden sollen, ihre Abgaben an die KSK abzuführen. So weit, so gut.

Der Beitrag sei bereits von 3,9% auf 4,1% gestuegen, und wenn nicht alle zahlten, würde der Beitrag wohl weiter steigen (”In den Folgejahren ist mit weiteren und erheblicheren Steigerungen zu rechnen”.

Kurz zum Vergleich: von 1983 bis einschließlich 1988 lag die Künstlersozialabgabe bei 5% – dann erst wurde der flexible Satz eingeführt. Zwischen 2000 und 2013 schwankte die Höhe der Künstlersozialabgabe dann zwischen 3,8% und 5,8%.
Hier die Beitragssätze der Jahre 2000 bis 2013 auf der Internetseite der KSK:
www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/abgabepflicht/… 
Parallel liest man in verschiedenen Medien (z.B. “Soziale Absicherung für Kreative ist in Gefahr” auf sueddeutsche.de), dass die KSK chronisch unterfinanziert – und somit in Gefahr sei. Das ist wohl wahr – und gar nicht gut. Aber wie hängt das mit der Höhe der Künstlersozialabgabe zusammen? Die flexible Bemessung ergibt sich doch gerade aus dem Umstand, dass eben gerade nicht mehr Geld an die KSK fließt. Wenn mehr Firmen zahlen, dürfte der Prozentsatz sinken – aber nicht unbedingt die Einnahmen steigen.

Die Gefahr läge aber wohl vor allem bei den Unternehmen und der entsprechenden Lobby, die ab einem gewissen Prozentsatz die KSK am liebsten ganz abschaffen würden. Zuletzt war das in 2006 so, als der Abgabesatz bei 5,3% lag – und die Kreativarbeiterinnen und arbeiter sich wiederum über eine Petition gegen die Abschaffung der KSK eintreten mussten. Nachzulesen ist dieser etwas komplexe aber nachvollziehbare Sachverhalt wieder in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom Freitag, 25.Juli: “KSK will höhere Abgaben von den Unternehmen” (www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kuenstlersozialabgabe-ksk-bittet-unternehmen-zur-kasse-1.1730102).
Das Problem liegt meiner Meinung nach an ganz anderer Stelle. Das Problem liegt in der Organisation des Gesundheitssystems als Ganzes. In Großbritanien wird das Gesundheitssystem beispielsweise komplett über Steuern finanziert – und auch in Skandinavien gibt es ähnliche Modelle. Da stellt sich die Frage der Finanzierung einer “Künstlersozialkasse” gar nicht erst.

Ob ich die Petition dennoch zeichne wird sich zeigen.
Hier der Link für alle, die jetzt und hier die Petition unterstützen möchten:
epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_06/_10/Petition_43188.mitzeichnen.html

Updates: inzwischen haben knapp 49.000 Unterstützerinnen und Unterstützer die Petition 43188 unterzeichnet (Stand Fr.26.Juli 2013). Damit zeichnet sich ab, dass die Petition wohl erfolgreich sein wird.

Und wenn im Anschluss eine Google-Werbung für PKC wirbt, dann bitte ich dies zu entschuldigen :)

Free Pussy Riot! Petition, Song, Video und…

Im März trat die junge russische Girl-Punk-Band Pussy Riot spontan – oder sagen wir lieber ‘unangekündigt’ in einer Kirche auf, um mit ihrem Song Punk Prayer gegen die Wiederwahl Wladimir Putins zu demonstrieren protestieren. So weit so gut. Doch die Regierung fand das gar nicht komisch – und nun drohen drei Bandmitgliedern lange Haftstrafen wegen “Rowdytums”.

Das darf doch nicht wahr sein!

Einige namhafte Künstlerinnen und Künstler haben sich nun zusammengetan, ein Lied aufgenommen, und ein Video dazu aufgenommen, und eine Petition aufgesetzt, um gegen die drohende Verurteilung der drei jungen Frauen zu protestieren.

Die Petition wurde inzwischen von knapp 100.000 Leuten unterzeichnet – ein kleines aber deutliches Zeichen des Protest. Wenn Du auch unterzeichnen möchtest -> hier ist die Petition zu finden:
www.change.org/freepussyriot

Das Video zum Song – inklusive Song – wird am Mittwoch, 15.August auf YouTube veröffentlicht. Sobald ich einen entsprechenden Link habe werde ich ihn hier natürlich nachtragen… Hier vorab kurz ein Einblick in die beeindruckende Liste der Künstler und Bands, die bei dem Video mitgewirkt haben bzw. das Musikvideo in der einen oder anderen Art unterstützen: Kate Nash, The Knife,  Lykke Li, Miike Snow, Peter Bjorn and John, Light Asylum, Deichkind, The Hives, Dave Catching (Eagles of Death Metal), Screamclub, J D Samson (Le Tigre, MEN), Marshall Crenshaw, Wayne Kramer (MC5), Bonaparte, Margaret Cho, Dave Hill, Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs), Jake Shears (Scissor Sisters),  Bun E Carlos of Cheap Trick und vermutlich noch viele weitere mehr…

Update:
hier kann man sich das Video ansehen / den Song Free Pussy Riot auf YouTube anhören:
-> Free Pussy Riot auf YouTube

Update: das Urteil wurde gesprochen – 2 Jahre Straflager wegen Rowdytums und Beleidigung des Ansehens der Kirche. Die Urteilsverkünding war haarsträubend, der Gerichtssaal vollkommen überfüllt, und die drei Künstlerinnen konnten sich angesichts der gegen sie vorgebrachten Vorwürfe ein charmantes Grinsen nicht verkneifen. Am Ende wird dieser Prozess vermutlich nur dem Ansehen der russischen Kirche und der russischen Justiz schaden. Und inzwischen hat die Online-Petition Free Pussy Riot über 130.000 Unterzeichner!

Bye bye 60 Watt Glühbirne

Es gibt ja Quatsch und es gibt Quatsch – aber das Verbot von 60 Watt Glühbirnen gehört sicherlich in eine ganz eigene Quatsch-Kategorie: Richtig Quatsch.

In erster Linie tut es mir aus Design-Sicht weh zu sehen, wie ein nahezu perfektes Objekt mutwillig schlecht gemacht wird. Form und Funktion im Einklang, günstig zu produzieren, Ressourcen-schonend, halbwegs robust – und wenn der Birne mal das Licht ausgeht ist das Ding auch noch ziemlich unproblematisch zu entsorgen: ein bisschen Glas, ein wenig Metall, und irgendwas isolatorisches dazwischen – viel mehr gibt es da nicht zu trennen.

Der offizielle Hauptgrund für das Aus der Birne ist dann eigentlich auch noch ihr größter Joker: Licht und Wärme da, wo es benötigt wird. Die Familie sitzt am Tisch, die Esstischlampe wird angeknippst, die Birne strahlt Licht und Wärme. Das Höhlenfeuer des 20. und 21.Jahrhunderts, um das sich die Sippe zusammenkuschelt um sich zu nähren, sich zu sehen, sich zu wärmen.

Und was will uns die Politik die Lobby nun stattdessen verkaufen? Kaltlicht! Vermeintlich effizient, effektiv, stromsparend. Ein überteuertes HighTec-Verbundobjekt, das am Ende zu Sondermüll wird.

Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Neonlicht –  für jede Aufgabe sollte immer die optimale Lösung angestrebt werden – und es gibt unzähliche Aufgaben, die Kaltlichtröhre besser meistert, als die Glühbrine: Krankenhausflure, Baustellen, Strassenbeleutung — und an solchen Orten greift auch das Argument, die Wärmeabgabe der Glühbirne sei ein unerwünscher Nebeneffekt, uneffektiv, reine Energieverschwendung.

An dieser Stelle muss ich aber vielleicht noch schnell anmerken, dass ich nun auch nicht der Typ bin, der überall und immer Glühbirnen verwenden muss. Um ehrlich zu sein: bei mir zu hause ist nicht eine Birne im Einsatz. Und das seit Jahren. Ich habe aber mehere im Schrank. Und wenn ich irgendwann eine Lampe habe, die eben für den Betrieb mit Glühbirnen gestaltet wurde, dann möchte ich auch die passende Glühbirnen verwenden können. Verwenden dürfen. Weil mir gutes Design wichtig ist. Und weil es meine freie Entscheidung ist – und nicht irgendein zusammengeschraubtes Lobby-Gesetz.

siehe auch:

tillintallin:
5 gute Gründe, warum die Glühbirne nicht verboten werden sollte

Heatball:
www.heatball.de

Bulp Fiction:
www.bulbfiction-derfilm.com

Das Phöbuskartell:
http://de.wikipedia.org/wiki/Phöbuskartell

Die 110-jährige Glühbirne – The Centennial Bulb:
www.centennialbulb.org

Jetzt mal richtig: Abschalten!

Atomkraftwerke abschalten!

Die Nachrichten über die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima machen fassungslos. Bundeskanzlerin Merkel will jetzt die AKW-Laufzeitverlängerung für 3 Monate aussetzen und sieben AKWs stillstehen lassen. Doch die Konsequenz aus Fukushima kann nur sein: AKWs abschalten – und zwar endgültig.

Kampagne bei campact.de: “Fukushima heißt: Abschalten!”

Petition gegen AKW-Laufzeit-Verlängerung

Noch bis Freitag gibt es die Möglichkeit, die folgende Petition gegen die AKW-Laufzeitverlängerung mitzuzeichnen:

Betreff: PETITION ATOMSTROM 13587

WICHTIG + DRINGEND = PETITION ATOMSTROM 13587

Hallo zusammen, beim Petitionsausschuss des Bundestages läuft eine Petition gegen die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke (über 2023 hinaus). Sie kann unter

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=13587

eingesehen und mitgezeichnet werden. Wenn die Petition bis 22. Oktober 2010 von mindestens 50.000 Menschen gezeichnet wird, muss sie parlamentarisch behandelt werden und würde erneut offenbaren, dass die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung von großen Teilen der Bevölkerung nicht mitgetragen wird. Aktuell haben gerade einmal 16.000 Bürger diese Petition unterstützt knapp 25000 Leute die Petition unterzeichnet – das heisst wir sind auf halbem Wege!

Atomkraft? Nein Danke

Wir haben in Deutschland das Instrument der Petition, also sollten wir es auch nutzen! (besonders, wenn man nur noch mitzeichnen muss)

http://de.wikipedia.org/wiki/Petition

Für wen also Erneuerbare Energien und Demokratie nicht nur Lippenbekenntnisse sind: -> einfach registrieren und einloggen – Petition über Suchwort “13587″ aufrufen, und – mit einem Mitzeichnungs-Klick die Welt wieder ein kleines bisschen besser machen… – ..und dann noch schnell die Mail weiterleiten! 10 Freunden bescheid sagen..:]

Weiterleiten nicht vergessen!

Nebenbei bemerkt: schönes Datum heute: 20.10.2010 :)

5 gute Gründe, warum die Glühbirne nicht verboten werden sollte

Nun ist es also so weit: seit dem 01. September 2009 steht die Glühbirne auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Designobjekte. Die EU-Gesetzgeber schieben die gute alte Glühbirne ins Abseits – meiner Meinung nach eine der schlechtesten Ideen der letzten Zeit. Was für ein undankbares Ende für diese Erfindung, die sich nicht schämen muß, in einem Atemzug mit dem Rad, dem Feuer und dem Ziegelstein genannt zu werden. Der Italienische Designer Enzo Mari sagte sogar einmal, es gäbe eigentlich sowieso nur drei gute Objekte: den Ziegelstein, den Doppel-T-Träger und die Glühbirne – alles andere sei Kitsch. Und war es nicht gerade die über einem klugen Köpfchen schwebende Glühbirne, die uns zeigte, daß hier gerade eine gute Idee geboren wurde?
Wie auch immer. Ich halte das Glühbirnenverbot jedenfalls nicht nur für falsch, unsinnig und überflüssig, sondern sogar für gefährlich. Hier meine Top 5 Gründe gegen das Verbot:

1) Effizienz

Das Hauptargument für das Verbot scheint die angebliche ‘ineffektivität’ der Birne zu sein. Selbsternannte Spezialisten wiederholen gerne das Argument, daß lediglich 5% der verbrauchten Energie in Licht umgewandelt würden. Daß aber sowieso nur ein Bruchteil der insgesamt verbrauchten Energie für Licht verwendet wird, scheint zur Zeit erstmal niemenden zu interessieren. Aus den frei verfügbaren Energiestatistiken des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geht hervor, daß der Anteil der für Beleuchtung verbrauchten Energie am Gesamtenergieverbrauch im Jahr 2007 bei unter 2,5% lag (Quelle: BMWi bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/energiestatistiken.html). Würden wir also alle Lampen, Straßenlaternen, Scheinwerfer, Schaufensterbeleuchtungen, Flutlichtanlagen etc. verbieten, so wäre eine maximale Einsparung von rund 2,5% zu erwarten.
Außerdem könnte bei sinnvoller Energieerzeugung (Solar) und Nutzung grundsätzlich weitaus mehr Energie, als benötigt zur Verfügung stehen!

2) Design

Ich weiß, es gibt inzwischen sogenannte Energiesparlampen, die wie Glühbirnen aussehen. Scheußlich! Ich würde mir von den Energiesparlampen ein wenig mehr “Selbstbewußtsein” erhoffen. Wenn die Glühbirnenform wirklich die beste und einzig wahre Form für Leuchtkörper aller Art sein sollte, dann (und nur dann!) dürfen Energiesparlampen meinetwegenebenfalls mit Birnentorso daherkommen. Sollte es aber eine sinnvollere Form geben, dann möchte ich freundlich darum bitten, auf neoromantischen Kitsch zu verzichten. Glühbirnen sollten wie Glühbirnen aussehen, Energiesparlampen sollten wie Energiesparlampen aussehen. Dabei geht es beim Design grundsätzlich selten nur um die äußere Hülle. Form follows Function – die Form sollte der Funktion folgen – eine alte Designregel, die im 21.Jahrhundert immer wieder gerne unter den imaginären Tisch gekehrt wird.

3) Design

Es gibt viele Lampen, darunter zahlreiche Designklassiker, die geradezu um die Birne herum gestaltet wurden. Die Glühbirne steht bei diesen Designobjekten buchstäblich im Mittelpunkt. Das Licht kommt aus dem Innersten der Birne – vom Glühdraht. Alles andere drumherum hat lediglich die Aufgabe, den Glühdraht zu stützen und zu schützen, das Licht zu bändigen, zu brechen, zu zügeln, zu lenken, um das Licht des Glühdrahts einer Funktion zuzuordnen. Mit Energiesparstäbchen kann das funktionieren, muß aber nicht. Lampen, die von vorneherein dazu konzipiert sind, das klare Licht zu dämpfen, zu brechen, auf indirekte Wege umzuleiten, mögen sich mit Neonlicht vertragen. Manche Lampen sind heutzutage auch schon extra für Energiesparlampen konzipiert. Andere sind ohne herkömmliche Glühlampen aber nur schwer denkbar – und vielleicht zeigt sich hier die Gefahr des Kulturverlusts am deutlichsten.
• Castiglionis Deckenstrahler “Toio” mit einer Neon-Birne? Undenkbar!
(images.google.de/images?q=Castiglioni+Toio)
• Man mag Ingo Maurers ‘Lampe’ Lucellino mögen, oder nicht – fest steht, daß auch dieses Objekt nur mit Glühbirne funktioniert!
(images.google.de/images?q=ingo+maurer+Lucellino)

4) Umweltschutz / Mülltrennung

Eine Glühbirne ist als solches recht einfach gestrickt – eine Energiesparlampen hingegen ist ein hochkomplexes Stück Technologie, das im Falle einer Funktionsstörung zu Sondermüll wird. Im Wesentlichen besteht eine Energiesparlampe aus folgenden drei Komponenten besteht: Starter, Transformator, Leuchtkörper. Damit hat sie grundsätzlich all das unter der haube, was auch eine herkömmliche Neonröhre antreibt – nur mit dem fatalen Unterschied, daß die drei Bestandteile zu einem Ding verheiratet sind. Fällt bei einer herkömmlichen Neonröhre der Starter aus, so wird nur der Starter gewechselt. Brennt die Röhre durch, so wird die Röhre gewechselt. Fällt hingegen bei einer Energiesparlampen nur eines der drei Bauteile aus, werden die zwei anderen Teile ebenfalls zu Müll – Sondermüll.

5) Psychologische Effekte

Das Licht von Glühlampen leuchtet im kontinuierlichen Spektrum, das von Energiesparlampen (auch Kaltlichtlampen genannt) deckt nur Teile des Spektrum ab. Dies kann, wie jüngste Studien zeigen, Einfluß auf die Psyche haben. Davon wollen die Sparlampenfans aber scheinbar nichts wissen – das Umweltbundesamt erzählt in einer Stellungnahme zum Thema im März 2009 jedenfalls, das menschliche Auge verfüge nur zwei Arten von Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) zur Wahrnehmung von Helligkeit und Farbe – und unterschlägt die photosensitiven Ganglionzellen, die für die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus und für die Ausschüttung wichtiger Hormone verantwortlich gemacht werden.

siehe auch:
tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Energiesparlampen%3Bart141,2889147

Nagut – hier mache ich erstmal Schluss mit meinen Ausführungen zum Thema – und hoffe, daß den Verantwortlichen dann vielleicht doch noch ein Lichtlein aufgeht..:]

mit freundlichen Grüßen, t..

Grüner Strom und Schwarze Schafe

Grundsätzlich habe ich ja nix gegen schwarze Schafe – im Gegenteil: noch vor nicht allzu langer Zeit wurden ja wir die Umweltschützer, Ökos, Atomkraftgegner, Gentechnik-Skeptiker, ja sogar die ‘Grünen’ selbst noch gerne mal als schwarze Schafe bezeichnet.

Inzwischen will wohl hoffentlich niemand mehr bezweifeln, daß die sogn. fossilen Energieträger zu Ende gehen, daß Atomenergie grundsätzlich keine gute Idee ist – und daß wir früher oder später auf sogn. alternative bzw. regenerative Energiequellen umsteigen müssen. Alternative und regenerative Energieträger (z.B. Strom aus Sonne, Wasser, Wind) sind mittlerweile aber schon so beliebt, daß der Bedarf scheinbar nicht mehr voll und ganz durch das Angebot gedeckt werden kann. Am Wind und an der Sonne liegt es zwar nicht – die beiden Kollegen liefern ihre Energie zeimlich verläßlich. Es gibt aber zur Zeit scheinbar einfach nicht genug Anlagen, die diese 24/7 zur Verfügung stehende Energie nutzen und in Strom umwandeln würden.

Medienberichten zufolge (z.B. Tagesspiegel und Spiegel-Online) dachte sich ein Ökostromanbieter nun scheinbar einfach “macht ja nix”, kaufte einfach ein paar Kilowatt Atom- und Kohlestrom ein, und verkaufte diese wieder als Ökostrom. Super schlau.

Und was lernen daraus? Vieles. Zum einen: auch unter den ‘Grünen’ gibt es ‘Schwarze Schafe’ – aber das wußten wir ja eigentlich schon spätestens seitdem der ’schlaue’ Schwedische Unternehmer und selbsternannter Umweltschützer für das Abholzen von hunderttausenden Urwaldbäumen zu rund 177 Millionen Dollar Strafe verdonnert wurde (-> Tagesspiegel)
Na ich bleibe jedenfalls so oder so der Naturstrom AG treu – die investiert einen Teil der Einnahmen immer auch in den Bau neuer Anlagen – und wird daher auch in Zukunft hoffentlich nicht auf Atomstrom zurückgreifen müssen. Und bitte auch nicht heimlich!

…energetische Grüße, -t..-

Free Tibet

aus aktuellem Anlaß habe ich endlich mal wieder einen Blinkie-Button gebastelt:

Free-Tibet!

free tibet - blinkie-button

..dieser Blinkie-Button kann gerne ‘mitgenommen’ werden und in Foren, Weblogs und/oder Emails eingebaut werden. Auf der dazugehörigen Blinkie-Button-Seite habe ich auch einen entsprechenden Code-Schnipsel sowie ein paar Links vorbereitet, so daß der Button relative problemlos in Blogs und Homepages, bei MySpace, Blogger oder auch FaceBook eingebaut werden kann..
..kurz zum Hintergrund: ich will auf keinen Fall zum Boykott der Olympischen Spiele 2008 oder Chinesischer Produkt o.ä. aufrufen. Ich hatte aber wie so viele andere vermutlich auch insgeheim irgendwie gehofft, daß die Chinesische Regierung anläßlich der Olympischen Spiele 2008 seine ‘harte Linie’ etwas aufweichen würde, und mehr Menschenrechte wie z.B. das Recht auf freie Meinungsäußerung zulassen würde, die unrechtmäßige Besetzung Tibets und die Gebietsansprüche an Taiwan aufgeben würde, mehr für den Umweltschutz tun und die Todesstrafe abschaffen würde etc. etc. etc… – ..ich muß leider zugeben: die Liste meiner enttäuschten Olympischen Hoffnungen wird hier und jetzt vielleicht etwas zu lang – also versuche ich mich mal lieber wieder auf’s wesentliche zu konzentrieren: Free Tibet! ..immerhin stehen die Olympischen Spiele doch für das friedliche Miteinander der Völker! ..oder habe ich da irgendwas falsch verstanden..?

free tibet - blinkie-button

..Gruß, Till..