Schlagwort-Archiv: Umweltschutz

Atommüll-Endlager: keine Lösung ist auch eine Lösung

Die Atommüll-Endlagersuche geht weiter – bzw. eben nicht: das Spitzengespräch, zu dem sich Bundesumweltminister Altmeier, Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin und SPD-Parteichef Sigmar Gabriel treffen wollten/sollten, ist geplatzt. Beide Seiten werfen sich nun vor, die Gespräche über ein mögliches Endlagersuchegesetz zu blockieren – und das ist vielleicht auch ganz gut so.

Vielleicht wäre es das Beste, wenn die Gespräche auch weiterhin nicht zustande kommen – bzw. wenn über Monate, Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte weiter diskutiert wird, wie/wo/wann man ein Atommüllendlager suchen und ggf. auch finden könnte, das wirklich sicher ist. Wenn nie eine Endlagersuchegesetz zustande kommt, nie ein Endlager gesucht – und nie ein Endlager gefunden wird – nur dann können wir sicher sein, dass der Atommüll und vor allem die Gefahr, die vom Atommüll ausgeht, nicht in Bergessenheit gerät.

siehe auch:
Endlager-Gespräche Rangelei um Verfahren und Vorlagen
www.tagesschau.de/inland/endlagerstreit100.html
Endlager-Verhandlungen stehen vor dem Aus
www.spiegel.de/politik/deutschland/atommuell-endlager-verhandlungen-stehen-vor-dem-aus…
Opposition lässt Spitzengespräch über Endlagersuche platzen
www.zeit.de/politik/deutschland/2012-10/atommuell-endlager-gesetz-regierung-opposition

5 gute Gründe, warum die Glühbirne nicht verboten werden sollte

Nun ist es also so weit: seit dem 01. September 2009 steht die Glühbirne auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Designobjekte. Die EU-Gesetzgeber schieben die gute alte Glühbirne ins Abseits – meiner Meinung nach eine der schlechtesten Ideen der letzten Zeit. Was für ein undankbares Ende für diese Erfindung, die sich nicht schämen muß, in einem Atemzug mit dem Rad, dem Feuer und dem Ziegelstein genannt zu werden. Der Italienische Designer Enzo Mari sagte sogar einmal, es gäbe eigentlich sowieso nur drei gute Objekte: den Ziegelstein, den Doppel-T-Träger und die Glühbirne – alles andere sei Kitsch. Und war es nicht gerade die über einem klugen Köpfchen schwebende Glühbirne, die uns zeigte, daß hier gerade eine gute Idee geboren wurde?
Wie auch immer. Ich halte das Glühbirnenverbot jedenfalls nicht nur für falsch, unsinnig und überflüssig, sondern sogar für gefährlich. Hier meine Top 5 Gründe gegen das Verbot:

1) Effizienz

Das Hauptargument für das Verbot scheint die angebliche ‘ineffektivität’ der Birne zu sein. Selbsternannte Spezialisten wiederholen gerne das Argument, daß lediglich 5% der verbrauchten Energie in Licht umgewandelt würden. Daß aber sowieso nur ein Bruchteil der insgesamt verbrauchten Energie für Licht verwendet wird, scheint zur Zeit erstmal niemenden zu interessieren. Aus den frei verfügbaren Energiestatistiken des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geht hervor, daß der Anteil der für Beleuchtung verbrauchten Energie am Gesamtenergieverbrauch im Jahr 2007 bei unter 2,5% lag (Quelle: BMWi bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/energiestatistiken.html). Würden wir also alle Lampen, Straßenlaternen, Scheinwerfer, Schaufensterbeleuchtungen, Flutlichtanlagen etc. verbieten, so wäre eine maximale Einsparung von rund 2,5% zu erwarten.
Außerdem könnte bei sinnvoller Energieerzeugung (Solar) und Nutzung grundsätzlich weitaus mehr Energie, als benötigt zur Verfügung stehen!

2) Design

Ich weiß, es gibt inzwischen sogenannte Energiesparlampen, die wie Glühbirnen aussehen. Scheußlich! Ich würde mir von den Energiesparlampen ein wenig mehr “Selbstbewußtsein” erhoffen. Wenn die Glühbirnenform wirklich die beste und einzig wahre Form für Leuchtkörper aller Art sein sollte, dann (und nur dann!) dürfen Energiesparlampen meinetwegenebenfalls mit Birnentorso daherkommen. Sollte es aber eine sinnvollere Form geben, dann möchte ich freundlich darum bitten, auf neoromantischen Kitsch zu verzichten. Glühbirnen sollten wie Glühbirnen aussehen, Energiesparlampen sollten wie Energiesparlampen aussehen. Dabei geht es beim Design grundsätzlich selten nur um die äußere Hülle. Form follows Function – die Form sollte der Funktion folgen – eine alte Designregel, die im 21.Jahrhundert immer wieder gerne unter den imaginären Tisch gekehrt wird.

3) Design

Es gibt viele Lampen, darunter zahlreiche Designklassiker, die geradezu um die Birne herum gestaltet wurden. Die Glühbirne steht bei diesen Designobjekten buchstäblich im Mittelpunkt. Das Licht kommt aus dem Innersten der Birne – vom Glühdraht. Alles andere drumherum hat lediglich die Aufgabe, den Glühdraht zu stützen und zu schützen, das Licht zu bändigen, zu brechen, zu zügeln, zu lenken, um das Licht des Glühdrahts einer Funktion zuzuordnen. Mit Energiesparstäbchen kann das funktionieren, muß aber nicht. Lampen, die von vorneherein dazu konzipiert sind, das klare Licht zu dämpfen, zu brechen, auf indirekte Wege umzuleiten, mögen sich mit Neonlicht vertragen. Manche Lampen sind heutzutage auch schon extra für Energiesparlampen konzipiert. Andere sind ohne herkömmliche Glühlampen aber nur schwer denkbar – und vielleicht zeigt sich hier die Gefahr des Kulturverlusts am deutlichsten.
• Castiglionis Deckenstrahler “Toio” mit einer Neon-Birne? Undenkbar!
(images.google.de/images?q=Castiglioni+Toio)
• Man mag Ingo Maurers ‘Lampe’ Lucellino mögen, oder nicht – fest steht, daß auch dieses Objekt nur mit Glühbirne funktioniert!
(images.google.de/images?q=ingo+maurer+Lucellino)

4) Umweltschutz / Mülltrennung

Eine Glühbirne ist als solches recht einfach gestrickt – eine Energiesparlampen hingegen ist ein hochkomplexes Stück Technologie, das im Falle einer Funktionsstörung zu Sondermüll wird. Im Wesentlichen besteht eine Energiesparlampe aus folgenden drei Komponenten besteht: Starter, Transformator, Leuchtkörper. Damit hat sie grundsätzlich all das unter der haube, was auch eine herkömmliche Neonröhre antreibt – nur mit dem fatalen Unterschied, daß die drei Bestandteile zu einem Ding verheiratet sind. Fällt bei einer herkömmlichen Neonröhre der Starter aus, so wird nur der Starter gewechselt. Brennt die Röhre durch, so wird die Röhre gewechselt. Fällt hingegen bei einer Energiesparlampen nur eines der drei Bauteile aus, werden die zwei anderen Teile ebenfalls zu Müll – Sondermüll.

5) Psychologische Effekte

Das Licht von Glühlampen leuchtet im kontinuierlichen Spektrum, das von Energiesparlampen (auch Kaltlichtlampen genannt) deckt nur Teile des Spektrum ab. Dies kann, wie jüngste Studien zeigen, Einfluß auf die Psyche haben. Davon wollen die Sparlampenfans aber scheinbar nichts wissen – das Umweltbundesamt erzählt in einer Stellungnahme zum Thema im März 2009 jedenfalls, das menschliche Auge verfüge nur zwei Arten von Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) zur Wahrnehmung von Helligkeit und Farbe – und unterschlägt die photosensitiven Ganglionzellen, die für die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus und für die Ausschüttung wichtiger Hormone verantwortlich gemacht werden.

siehe auch:
tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Energiesparlampen%3Bart141,2889147

Nagut – hier mache ich erstmal Schluss mit meinen Ausführungen zum Thema – und hoffe, daß den Verantwortlichen dann vielleicht doch noch ein Lichtlein aufgeht..:]

mit freundlichen Grüßen, t..

Grüner Strom und Schwarze Schafe

Grundsätzlich habe ich ja nix gegen schwarze Schafe – im Gegenteil: noch vor nicht allzu langer Zeit wurden ja wir die Umweltschützer, Ökos, Atomkraftgegner, Gentechnik-Skeptiker, ja sogar die ‘Grünen’ selbst noch gerne mal als schwarze Schafe bezeichnet.

Inzwischen will wohl hoffentlich niemand mehr bezweifeln, daß die sogn. fossilen Energieträger zu Ende gehen, daß Atomenergie grundsätzlich keine gute Idee ist – und daß wir früher oder später auf sogn. alternative bzw. regenerative Energiequellen umsteigen müssen. Alternative und regenerative Energieträger (z.B. Strom aus Sonne, Wasser, Wind) sind mittlerweile aber schon so beliebt, daß der Bedarf scheinbar nicht mehr voll und ganz durch das Angebot gedeckt werden kann. Am Wind und an der Sonne liegt es zwar nicht – die beiden Kollegen liefern ihre Energie zeimlich verläßlich. Es gibt aber zur Zeit scheinbar einfach nicht genug Anlagen, die diese 24/7 zur Verfügung stehende Energie nutzen und in Strom umwandeln würden.

Medienberichten zufolge (z.B. Tagesspiegel und Spiegel-Online) dachte sich ein Ökostromanbieter nun scheinbar einfach “macht ja nix”, kaufte einfach ein paar Kilowatt Atom- und Kohlestrom ein, und verkaufte diese wieder als Ökostrom. Super schlau.

Und was lernen daraus? Vieles. Zum einen: auch unter den ‘Grünen’ gibt es ‘Schwarze Schafe’ – aber das wußten wir ja eigentlich schon spätestens seitdem der ’schlaue’ Schwedische Unternehmer und selbsternannter Umweltschützer für das Abholzen von hunderttausenden Urwaldbäumen zu rund 177 Millionen Dollar Strafe verdonnert wurde (-> Tagesspiegel)
Na ich bleibe jedenfalls so oder so der Naturstrom AG treu – die investiert einen Teil der Einnahmen immer auch in den Bau neuer Anlagen – und wird daher auch in Zukunft hoffentlich nicht auf Atomstrom zurückgreifen müssen. Und bitte auch nicht heimlich!

…energetische Grüße, -t..-